Peter Bole übergibt – ein prägender Gestalter der Nachwuchssicherung im Maschinenbau

Die deutsche Industrie steht vor tiefgreifenden Herausforderungen. Wirtschaftliche Unsicherheiten, strukturelle Veränderungen und ein anhaltender Fachkräftemangel prägen das Bild. Gerade im Maschinen- und Anlagenbau entscheidet die Qualifikation des Nachwuchses zunehmend über die Wettbewerbsfähigkeit der Branche.

Einer, der diese Entwicklung früh aufgegriffen und mit konkreten Impulsen mitgestaltet hat, ist Peter Bole. Als Initiator und Gründer der Nachwuchsstiftung Maschinenbau hat er wesentlich dazu beigetragen, das Thema Nachwuchsgewinnung und Qualifizierung stärker in den Fokus der Branche zu rücken. Seine Überzeugung war von Beginn an klar: Die Zukunft der Industrie entscheidet sich maßgeblich in der Qualität der Ausbildung.

Diese Haltung ist eng mit seinem eigenen Werdegang verbunden. Peter Bole begann seine Laufbahn im Maschinenbau klassisch mit einer Ausbildung beim ostwestfälischen Hausgerätehersteller Miele. Früh verlagerte sich sein Schwerpunkt auf die Ausbildung selbst. Vom Ausbilder entwickelte er sich kontinuierlich weiter und übernahm bei seinem nächsten Arbeitgeber Gildemeister AG (heute: DMG MORI AG) Verantwortung für immer größere Bereiche der Qualifizierung. Bereits in den achtziger Jahren war er am Aufbau der innerbetrieblichen Weiterbildung beteiligt und gestaltete später die Trainingsakademie von Gildemeister, entscheidend mit. Als Geschäftsführer der damaligen DMG Trainings-Akademie (heute: DMG MORI Technicum Europe GmbH) prägte er über viele Jahre hinweg die Weiterbildung im Maschinenbau und setzte mit innovativen Qualifizierungsansätzen wichtige Impulse in der Branche. Die von ihm damals verantwortete CNC-Qualifizierungsoffensive wurde 2004 sogar mit dem Weiterbildungs-Innovations-Preis des Bundesinstituts für Berufsbildung ausgezeichnet.

Aus dieser jahrzehntelangen Erfahrung entstand eine klare Erkenntnis: Einzelne Initiativen reichen nicht aus, um die Nachwuchsfrage nachhaltig zu lösen. Es braucht eine übergreifende Struktur, die Unternehmen, Schulen und Verbände zusammenbringt und gemeinsam an einer modernen beruflichen Bildung arbeitet.

Gründung der VDW-Nachwuchsstiftung

Mit dieser Idee gründete Peter Bole unter dem Dach des VDW e.V. im Jahr 2009 die VDW-Nachwuchsstiftung. Sein Ansatz war ganzheitlich gedacht. Es ging nicht nur darum, junge Menschen für technische Berufe zu begeistern, sondern ebenso darum, Lehrkräfte und Ausbilder zu qualifizieren und sie auf die Herausforderungen einer sich wandelnden Industrie vorzubereiten. Digitalisierung, neue Fertigungstechnologien und veränderte Kompetenzanforderungen machten deutlich, dass auch die Ausbildung selbst einem grundlegenden Wandel unterliegt.

Peter Bole

Was als Initiative begann, entwickelte sich in den folgenden Jahren zu einer festen Größe der Branche. Ein entscheidender Schritt war der Einstieg des VDMA e.V. als zweiter Gesellschafter, was die Erweiterung der Stiftung auf den gesamten Maschinen und Anlagenbau ermöglichte. Damit wurde aus einer Idee eine institutionell verankerte Plattform, getragen von den zentralen Akteuren der Industrie. Die Nachwuchsstiftung entwickelte sich zu einem verbindenden Element zwischen Unternehmen, Bildungseinrichtungen und Politik.

Diese Entwicklung ist eng mit der Persönlichkeit von Peter Bole verbunden. Der Aufbau einer solchen Initiative erfordert mehr als fachliche Expertise. Es braucht eine klare Vision, Beharrlichkeit in der Umsetzung und die Fähigkeit, Menschen und Organisationen zusammenzubringen. Gerade im Maschinen- und Anlagenbau, in dem Unternehmen im Wettbewerb zueinander stehen, ist es keine Selbstverständlichkeit, gemeinsame Ziele zu definieren und Kräfte zu bündeln. Peter Bole ist es gelungen, genau diese Brücken zu schlagen und aus vielen Einzelinteressen ein gemeinsames Engagement für die Nachwuchssicherung zu formen. Diese Fähigkeit, Netzwerke zu schaffen und nachhaltig zu entwickeln, hat die Arbeit der Stiftung maßgeblich geprägt.

Strategische Investition in die Zukunft

Die Wirkung dieser Arbeit ist heute deutlich sichtbar. Zehntausende Schülerinnen und Schüler konnten für technische Berufe begeistert werden. Lehrkräfte sowie Ausbilderinnen und Ausbilder wurden in großem Umfang weiterqualifiziert. Neue Inhalte wie digitale Fertigungsprozesse und Industrie 4.0 fanden systematisch Eingang in die Ausbildung. Gleichzeitig entstand ein belastbares Netzwerk, das den Austausch zwischen allen Beteiligten fördert und kontinuierlich weiterentwickelt.

Dabei blieb der Ansatz von Peter Bole stets derselbe. Nachwuchssicherung ist keine kurzfristige Aufgabe, sondern eine strategische Investition in die Zukunft der gesamten Branche. Sie gelingt nur, wenn alle Beteiligten gemeinsam handeln und Verantwortung übernehmen.

Mit der Übergabe seiner operativen Verantwortung im Jahr 2021 und dem Wechsel in den Aufsichtsrat endet eine prägende Phase, ohne dass sein Einfluss auf die Entwicklung der Stiftung nachlässt. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates bis zum 24. Februar 2026 begleitet er die Arbeit weiterhin mit Erfahrung und Weitblick.

Peter Bole hat die Herausforderungen der Branche nicht nur früh erkannt, sondern aktiv an praxisnahen Lösungen mitgestaltet. Aus einer Idee ist eine Institution entstanden, die heute bundesweit wirkt und als Beispiel für eine moderne Nachwuchssicherung dient.

Sein Beitrag lässt sich dabei nicht allein in Zahlen messen. Er hat ein Bewusstsein für die zentrale Bedeutung der beruflichen Bildung im Maschinen- und Anlagenbau gestärkt und gezeigt, dass nachhaltige Veränderung dort beginnt, wo jemand den Mut hat, frühzeitig zu handeln und eine Idee konsequent über Jahre hinweg zu verfolgen.

Damit hat Peter Bole einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die Zukunftsfähigkeit des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus langfristig zu sichern.

Abbildung 2: Im Jahr 2013 besuchte der damalige Bundespräsident Joachim Gauck die Sonderschau Jugend (heute Sonderschau Bildung) auf der EMO in Hannover. Als Andenken erhielt er einen Formel 1-Modellrennwagen, der zuvor von jungen Teilnehmenden montiert worden war. Peter Bole, Initiator des Formats, begleitete das Spektakel.

Ansprechpartner

Andre Wilms

Geschäftsführer
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